Informationen aus der letzten Gemeinderatssitzung

Wir wollen, daß die alten und nicht mehr genutzten Hofstellen in Gebenbach zu neuem Leben erwachen, so die Städteplanerin Tanja Korzer zur Sanierung des Ortszenrums.

Per Video-Schaltung war die Architektin Dr.-Ing. Tanja Korzer, die für Gebenbach zuständige Mitarbeiterin der Planungsgemeinschaft urban management system GmbH (ums) aus Leipzig dem Gemeinderat zugeschalter und erläuterte noch einmal das von ums erarbeitete Konzept. In der Bestandsanalyse sei festgestellt worden, daß Gebenbach im Ortskern dicht bebaut sei, durchaus städtebauliche Mißstände aufweise und einige nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Hofstellen einer neuen Nutzung zuzuführen wären. Mit Blick auf die Knappheit fossiler Energieträger meinte die Städteplanerin, daß nachhaltige Energien und deren Speicherung dringend in die Planungen mit einzubeziehen seien. Die Grünstruktur um Gebenbach könnte mit Fuß- und Radwegen zu benachbarten Orten und umliegenden Waldgebieten verbessert werden. Zum aktuellen Wohnungsbestand in Gebenbach meinte Tanja Korzer, daß mehr als die Hälfte eine Größe von 90 Quadratmetern und mehr habe, ein Viertel verfüge über 70 bis 90 qm, das restliche Viertel über weniger als 70 qm. Die Städteplanerin betonte, daß das Wohnungsangebot für kleiner Wohnungen zu erhöhen sei, denn „Erstauszieher“ oder alleinstehende Senioren bevorzugen bekanntlich weniger Wohnraum. Gebenbach sei siedlungsstrukturell und bautypologisch durch eng aneinander stehende Hofstellen mit grenzständiger Bebauung gekennzeichnet und vielfach grenzen Wohnhäuser mit der Giebelfassade direkt an die Straße und werden auch genutzt, dahinterliegende Gebäude stünden vielfach leer und sollten umgenutzt werden, sei es zu Wohnzwecken oder für Handwerk oder sonstigem Gewerbe. Dringend erforderlich seien zusätzliche Kinderbetreuung, Jugendräume, Ruhebänke über den Ort verteilt, aber auch Pkw-Stellplätze. Tanja Korzer wies darauf hin, daß Immobilienbesitzer satzungskonforme Sanierungskosten steuerlich geltend machen können. Grundsätzlich, so die Städteplanerin, müßten Leerstände beseitigt, Versorgungsangebote gestärkt, Grünstrukturen aufgewertet und die Mobilitätinfrastruktur verbessert werden. Ganz wichtig sei eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung, eventuell durch eine energetische Ertüchtigung der vorhandenen Bausubstanz und Nutzung regenerativer Energien. Die Träger öffentlicher Belange konnten zum Sanierungskonzept Stellung nehmen, sprachen sich aber nicht gegen geplante Maßnahmen aus. So wies die IHK darauf hin, daß eine gesicherte Nahversorgung wichtig sei, Gewerbe- und Handwerksbetriebe seien zu fördern, ebenso Gastronomie und Beherbergungsbetriebe. Für den Kreisheimatpfleger müsse das im Regierungsbezirk einmalige typische „Ackerbürgerdorf“ erhalten bleiben und fortgeschrieben werden. Das bayerische Landesamt für Denkmalpflege spricht sich für den Erhalt von Bodendenkmälern aus. Die IHK begrüßt die Schaffung neuen Wohnraums und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten meint, daß Belange landwirtschaftlicher Nutzung zu beachten seien, einschließlich historischer Streuobstgärten und Walnußbäumen. CSU-Gemeinderat Markus Rösch meinte, wer in seine Immobilie investieren will, sollte sich durch einen externen Architekten, der von späterer Planung ausgeschlossen sei, vorab beraten lassen können, was auch Tanja Korzer befürwortete und sie meinte auch, daß diese Beratung gefördert werden müsse. Bürgermeister Peter Dotzler befürwortete auch das AOVE Innenentwicklungs-Management mit einzubinden. Einstimmig beschloß der Gemeinderat die neue Sanierungssatzung  vom 30.06.2022, sie wird mit amtlichen Bekanntmachung rechtskräftig.

Die Gebenbacher Gemeinderäte erteilten zwei Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen, so den Anbau einer Außentreppe an einem Wohnhaus in Atzmannsricht sowie der Nutzungsänderung eines nicht mehr genutzten Rinderstalls in Atzmannsricht. Künftig soll das Gebäude als Pferde-Einraumoffenstall, Garage, Lagerraum und im Außenbereich als Reitplatz genutzt werden. In der ersten Etage ist Geflügelhaltung geplant. Den Plänen, in Kainsricht eine Biogasanlage zu bauen, steht der Gemeinderat skeptisch gegenüber. Markus Rösch meinte, man solle doch erst eine Stellungnahme des Landratsamtes abwarten, ob „so ein Ding dieser Größe mitten im Ort“ überhaupt genehmigungsfähig sei. Wie sei der Brandschutz gesichert, wie werde verhindert, daß bei einem Leck in der Anlage die Fäkalien Kainsricht nicht überfluten und wie steht das Wasserwirtschaftsamt zu diesen Plänen. Der Antragsteller beabsichtigt, mit Abwärme der Biogasanlage sein Anwesen und Nachbaranwesen zu beheizen. Dafür beantragt er vorab, ein Leerrohr über öffentlichen Grund zu verlegen, durch den später Nahwärme geleitet werden kann. Das Leerrohr kann nach Ansicht der Gemeinderäte auf Kosten des Antragstellers verlegt werden, für die weitere Entscheidung über die Biogasanlage will die Gemeinde die Stellungnahme des Landratsamtes abwarten. Die Blasmusik Gebenbach erhält für ihre Frankreichfahrt im Rahmen der Landkreispartnerschaft einen Zuschuß von 500 Euro. Der Gemeinderat bestätigte auch die neuen Führungskräfte der Feuerwehr Gebenbach-Kainsricht, nämlich Georg Wiesneth als Kommandanten und Christian Weber als seinen Stellvertreter. Bürgermeister Peter Dotzler gab bekannt, dass der regionale Planungsverband Oberpfalz Nord seine Windkraftplanung wieder aufleben lässt, um im Planungsgebiet Vorranggebiete für Windkraft auszuweisen.

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