Martin Schüßlbauer aus Gebenbach verstirbt im Alter von 87 Jahren

Im Alter von 87 Jahren verstarb am 22. Juli Martin Schüßlbauer aus Gebenbach. Mit ihm verliert die Gemeinde Gebenbach einen ehemaligen Gemeinderat und auch ein Gebenbacher Original im gesellschaftlichen Leben. Geboren wurde er 1933 in Passau, er wuchs zusammen mit sieben Geschwistern auf. Im Kindesalter kam er mit seiner Familie nach Gebenbach, auf das landwirtschaftliche Anwesen seiner Großeltern in der Irlstraße, welches von seinen Eltern übernommen wurde. Martin Schüßlbauer ging in Gebenbach zur Schule und absolvierte danach in Atzmannsricht eine Schreinerlehre. Der zweite Weltkrieg spielte in seinem Leben eine große Rolle. Sein Vater wurde als Stabsfeldwebel in Stalingrad eingesetzt und war seit 1942 vermisst. Seine spätere Frau, Franziska Coenen, wurde zum Ende des Krieges als Deutsche mit ihrer Familie aus Nimwegen in Holland evakuiert. Sie landete in Kleinschönbrunn. Beide gingen 1956 den Ehebund ein, gründeten eine Familie, diese wuchs auf zwei Söhne, sieben Enkelkinder und ein Urenkel heran. Das Paar bewirtschaftete zusammen das landwirtschaftliche Anwesen im Nebenerwerb. Der Verstorbene arbeitete zunächst als Schreinergeselle und später wechselte er zur Firma Rosenthal nach Amberg wo er lange Jahre als Schreiner und Ziseleur arbeitete, das landwirtschaftliche Anwesen wurde später verpachtet. 1993 ging Martin Schüßlbauer in Rente, er setzte sich in seinem Anwesen an der Irlstraße zur Ruhe. Ein harter Schicksaalschlag ereilte ihm, als seine Ehefrau Franziska plötzlich verstarb. Einen Teil seines Lebens widmete Martin Schüßlbauer dem Ehrenamt. Er war 18 Jahre lang, von 1966 bis 1984 im Gebenbacher Gemeinderat vertreten, sechs Jahre übte er das Amt des Ortsvorstehers in Gebenbach aus. Seine politische Heimat war die SPD. Sein rotes Parteibuch wurde noch von seinem Idol Herbert Wehner persönlich in Regensburg unterschrieben. Nach 35 Jahren Parteizugehörigkeit trat er wegen des Beschlusses zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr aus der Partei aus. Zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Alfons Schöpf aus Gebenbach war er der Gründungsinitiator und Gründungsvorsitzende der Blasmusik Gebenbach im Jahre 1980. Er blieb 16 Jahre lang der 1. Vorsitzende und wurde später zum Ehrenvorsitzenden des Blasorchesters ernannt. Der Verstorbene war stolz auf seine Blasmusik und er brachte sich als Notenwart, Zeugwart und aktiver Musiker an der Trommel für seinen Verein unermüdlich ein. Seine Musiker schätzten vor allem seine bescheidene Art.

Ein Bild aus früheren Tagen: Martin Schüßlbauer in Aktion als Musiker an der Trommel.

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