Neues Entwicklungskonzept der AOVE so aktuell wie nie: Resilienz als Leitthema der Regionalentwicklung

Die Integrierte Ländliche Entwicklung AOVE (Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach) arbeitet momentan an der Erstellung ihres Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK), also an den konzeptionellen Grundlagen für die Regionalentwicklung in den kommenden Jahren. Dabei wird sie fachlich von einer Steuerungsgruppe begleitet. Bei ihrer Tagung im Hirschauer Josefshaus waren sich Bürgermeister und Fachleute aus den Bereichen Siedlungsentwicklung, Soziales und Integration, Wirtschaft, Ökologie und Energie einig, dass der Weg, den die AOVE bereits im vergangenen Jahr eingeschlagen hat, der richtige ist: die Ausrichtung der Regionalentwicklung auf Resilienz. Damit ist gemeint, die Krisenanfälligkeit zu verkleinern und die Widerstandskraft der Allianz zu stärken.

Seit der Corona-Pandemie ist Resilienz ein Schlagwort, das in aller Munde ist. Die Krise zeigt unter anderem auf, wie anfällig die medizinische Versorgung ist und wie wichtig es ist, die Lebensmittelversorgung in der Region zu sichern sowie die Wertschöpfungsketten der Wirtschaft wieder verstärkt regional zu organisieren. Die AOVE hat sich, um resilienter zu werden, ein ehrgeiziges Programm vorgenommen: Umweltschutz, Stärkung der Biodiversität, Flächensparen, Beitragen zur Ökologisierung der Landwirtschaft und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Feld und Flur stehen ebenso auf der Agenda wie der Aufbau erreichbarer und gerechter Strukturen der Alltagsversorgung. Dabei setzt die AOVE auch auf Bürgerbeteiligung und Digitalisierung.

Die TeilnehmerInnen der Steuerungsgruppe diskutierten intensiv diese neue Ausrichtung der AOVE. Auch wurden viele konkrete Maßnahmen entwickelt, die diese allgemeinen Ziele umsetzen: Bio in der Gemeinschaftsverpflegung, Analysen und Maßnahmen zur Wasserrückhaltefähigkeit der Landschaft, ökologisches und faires Beschaffungswesen, Bauen mit Holz, Angebote für Jugendliche, Senioren-Treffs, Car-Sharing, Patenschaften zur Pflege von Obstbäumen, ökologische Heckenpflegeprogramme, Strategien zur Nutzung von PV-Strom nach Beendigung der Einspeisevergütung und die Nutzung von digitalen Vernetzungsmöglichkeiten. Neben den Ergebnissen aus der Steuerungsgruppe werden auch die Rückmeldungen der Fragebogen-Aktion, zu der die AOVE aufgerufen hatte, für die Ausrichtung in den kommenden Jahren berücksichtigt.

„Wir freuen uns, dass wir mit der Erarbeitung eines ILEKs unter Resilienz-Gesichtspunkten auf die drängenden Herausforderungen unserer Zeit eingehen können und eine Vorreiterrolle spielen. In der Krise haben wir gesehen, wie attraktiv der ländliche Raum ist. Dies wollen wir ausbauen.“, so der Sprecher der AOVE, 1. Bürgermeister Bernhard Lindner aus Hahnbach. Das ILEK wird im Sommer fertig gestellt und im Herbst verabschiedet. Die Erstellung des ILEKs wird gefördert über das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.

Die TeilnehmerInnen der Steuerungsgruppe machen sich Gedanken zur zukünftigen Ausrichtung der Integrierten Ländlichen Entwicklung AOVE (Bild: Katja Stiegler).

Top