Volkstrauertag in Gebenbach

Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag in der Gemeinde Gebenbach begannen mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin. Pfarrvikar Christian Preitschaft erinnerte an den jährlichen Gedenktag für die Kriegsopfer der beiden Weltkriege und kriegerische Auseinandersetzungen Die musikalische Gestaltung übernahm der Projektchor Sing&Pray. In Begleitung der Fahnenabordnungen der Vereine folgte der Friedhofsgang, hier wurde der Gedenktag am Ehrenmal der gefallenen Soldaten fortgesetzt. Mit musikalischer Umrahmung durch die Blasmusik Gebenbach gab der Pfarrvikar seinen Segen am Ehrenmal. Bürgermeister Peter Dotzler erinnerte bei seiner Ansprache auf das 100jährige Jubiläum des Volksbund Deutsche Kriegsgräberführsorge. Der Volksbund war einer der ersten Bürgerinitiativen in Deutschland und initiierte den Volkstrauertag. Dieser wurde erstmals 1922 mit einer Feierstunde im Deutschen Reichstag in Berlin durchgeführt. Der Volksbund betreue heute 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit etwa 2,7 Mio. Kriegstoten. Das Motto lautet zum 100jährigen „Frieden braucht Mut“. Dieser Mut sei auch heute wieder notwendig, vor allem um auch das größte Friedensprojekt der Nachkriegsgeschichte wieder zu beleben – die Europäische Union. Sie treibe momentan eher als führungsloser Tanker durch den globalen Ozean und drohe an Klippen wie Flüchtlingskrise, Monsterbürokratie, Eurokrise und dem aufkommenden Nationalismus auf Grund zu laufen. Dotzler erinnerte noch an andere Gedenktage und Jubiläen. So begann vor 80 Jahren der 2. Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen, dessen Ende wurde mit dem D-Day, der Landung der Alleierten in der Normandie vor 75 Jahren grausam eingeleitet. An beiden Weltkriegen verloren insgesamt 72 Mio. Menschen ihr Leben, viele wurden verwundet, ganze Völker wurden aus ihrer Heimat vertrieben, die Landkarte wurde neu geordnet und die Trennung zwischen Ost und West erfolgte mit dem Eisernen Vorhang und dem Kalten Krieg. Umso größer war das Wunder vor 30 Jahren mit dem Fall der Berliner Bauer und der Beseitigung des Eisernen Vorhangs mit Hilfe von Perestroika und Glasnost. Die Trennung von Ost und West war Geschichte, ein Jahr später konnte die Deutsche Einheit gefeiert werden. Leider verhärten sich die Fronten in der jüngsten Zeit wieder, so sei ein Erinnern an die dunkelste Zeit der Völker weiterhin sehr wichtig so Dotzler. Unter den Klängen des Guten Kameraden, umrahmt von Böllerschüssen der Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Gebenbach und der Ehrenwache von Kameraden der Reservistenkameradschaft Hahnbach legte der Bürgermeister zwei Kränze für die Gemeinde und die KSK Gebenbach am Ehrenmal nieder. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete die Nationalhymne, gespielt von der Blasmusik Gebenbach.

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