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Der Gebenbacher Bücherschrank ist ein Geheimtipp. Er drängt sich nicht in das Licht der Öffentlichkeit, sondern steht als einfaches Regal in der Eingangshalle des Rathauses! Verdient er unsere Beachtung? Ja, unbedingt, denn er ist wie die vielen Tauschbücherschränke in den Städten ein Zeichen des Wandels. Er verdankt sich geradezu unseren veränderten Einstellungen zu Büchern und ihrem Besitz, ihrem Nutzen und ihrer Wertschätzung! Deswegen soll er ab jetzt in den Mittelpunkt rücken und betreut werden, will sagen: Bücher werden eingestellt von einem kleinen Team, nachdem sie im Rathaus abgegeben wurden; er wird auch regelmäßig aufgeräumt und durchsortiert, damit alle, die sich Bücher aussuchen und mitnehmen wollen, diese griffbereit finden, statt sich durch einen Kraut-und-Rüben-Haufen wühlen zu müssen.
Aber wo kommt diese neue Art der Bücherschränke eigentlich her? Sie stehen auf Straßen, in Hotels, in Schwimmbädern. Sie haben kein Eichenfurnier mehr, keine Vitrinen, in denen die ganz besonders wertvollen oder alten Bände stehen, keine Ordnung nach Alphabet oder Sachgebieten! Vielleicht sind solche Reihen der Fachbücher – möglichst in der aktuellsten Auflage – im Büro, in der Kanzlei zu finden. Aber auch das ist nicht sicher, seit es die Digital-Angebote der Verlage für die E-Books gibt, die sich am Computer aufrufen und durchsuchen lassen. Mit den Bücherschränken unserer Eltern und Großeltern sind die Statussymbole gemeint, die im Wohnzimmer, vielleicht auch im Arbeitszimmer ganze Wände einnahmen. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann nannte in einem Vortrag den Bücherschrank eine Institution, die „Orientierung, Herrschaftswissen und Anspruch auf Bildung ausdrücke“. Damit hat Aleida Assmann recht – schauen Sie doch das nächste Mal im Fernsehen genauer hin: Wie viele Interviews und Video-Gespräche finden vor einer Bücherwand als Hintergrund statt? Die Assoziation von Fachwissen und Solidität schwingt bei einer solchen Umgebung immer mit.
Aber es sieht so aus, als wäre diese Institution aus der reflexiven Abgeschiedenheit des Arbeits- und Wohnzimmers in die Öffentlichkeit der Straße umgezogen.
Was hat sich damit verändert? Diese Frage soll uns beschäftigen. In den Bücherschränken der Eltern und Großeltern standen die zerlesenen Lieblingsbücher neben den Titeln, die nur einmal oder nur halb oder gar nicht gelesen wurden. Sie blieben auch in den Schränken stehen, in der Erwartung, von anderen Familienmitgliedern entdeckt oder als Erbe übernommen zu werden. Und – vergessen wir nicht, Bücher waren teuer und wertvoll, deswegen wurden sie aufbewahrt und intensiv, also mehrfach und immer wieder, gelesen. Das hat sich geändert: Die schnelle Produktion von Erfolgstiteln, dazu die wachsende Zahl der Übersetzungen und schließlich die Halböffentlichkeit der sozialen Medien mit ihren Tipps – sie überschütten uns mit Lektüre- und Kaufanreizen, wir lesen inzwischen Bücher extensiv, also rascher und nur einmal. Da hilft manchmal nur noch die befreiende Tat des Ausräumens und Aussortierens – und sofort stellt sich die Frage: Ist das jetzt Altpapier oder haben Bücher einen anderen, symbolischen Wert? Offenkundig ja, denn deswegen landen Bücher ja in Tauschbücherschränken, in der Hoffnung, jemand anderer möge sie lesen, wenn schon nicht die eigene Familie. So erfüllen Tauschbücherschränke dann die gleiche Funktion wie der großelterliche Bücherschrank, nur eben in der Anonymität. Sie verschaffen den Nutzern – last but not least – ein gutes Gewissen, wie das mit Geben und Schenken immer verbunden ist. Ein Buch, wenn pfleglich behandelt, kann Jahrzehnte halten, länger als eine Festplatte jedenfalls; es trägt in sich vielleicht die Lektürespuren der Vorbenutzer, es wird zu einem persönlichen Dokument und zu einem Gegenstand, in dem geistige und seelische Energie gespeichert sind.
Ein solcher Ort ist der Gebenbacher Bücherschrank. Ab jetzt – das Datum hat Symbolkraft, denn am 07. Oktober 2026 beginnt wieder einmal die Frankfurter Buchmesse, mithin die weltweit größte ihrer Art – werden die Titel durch einen Blog begleitet, der dort eingestellte Titel einmal im Monat bespricht, sie in einen Kontext rückt und die Frage aufwirft: Verdienen sie, noch einmal gelesen zu werden?
Aber warten Sie nicht auf Ratschläge, machen Sie selbst die Nagelprobe! Holen Sie sich einen Band aus dem Bücherschrank, lassen Sie sich überraschen, welche Titel dort stehen, und lesen Sie einfach los.
Übrigens: Dieser Text wurde nur mit natürlicher Intelligenz geschrieben!
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